Historie
Die Freiwillige Feuerwehr Betzenrod wurde am 12. August 1934 auf Anregung des damaligen Regierungsrates Schwan und des Kreisfeuerwehrinspektors Eberheim ins Leben gerufen. 35 Mitglieder verzeichnet das Gründungsprotokoll, die sich überwiegend aus der damaligen Pflichtfeuerwehr zusammen setzten. 

Erster Kommandant der Wehr war der Kamerad Johannes Hofmann II, der bereits die Pflichtfeuerwehr leitete. Nach der Gründung wurde jeder Kamerad mit einem Helm, einer Koppel sowie einer Uniformjacke ausgerüstet. Diese wurden vom ortsansässigen Schneidermeister Appel, der zu den Gründungsmitgliedern gehörte, zum Preis von 12,50 Reichsmark angefertigt. 

Die Freiwillige Feuerwehr übernahm seinerzeit folgende auch heute noch vorhandene Geräte:
- ein zweirädriger Hydrantenwagen mit 2 Schlauchhaspeln  
  aus dem Jahr 1906
- eine Saug- und Druckspritze, vierrädrig, wahlweise für 
  Pferdegespann oder zur manuellen Fortbewegung
- 3 Steigleitern
- eine Trompete als Signalhorn
- mehrere aus Segeltuch bestehende Wassereimer 

1. Kommandant Johannes Hofmann 1934-1949

 
Der Mitgliedsbeitrag wurde nach der Gründung auf 0,60 Reichsmark festgesetzt. Am 08. Januar 1935 musste sich die Wehr zum ersten mal bewähren. Gegen Morgen brannte der Dachstuhl des Wohnhauses von Heinrich Schmidt I. Durch eifrigen Einsatz konnte der Schaden auf das Dachgeschoss beschränkt werden. Besonders dramatisch wurde der Einsatz dadurch, dass ein zweijähriges Kind gerettet werden musste.

Während des 2. Weltkrieges waren die meisten Feuerwehrmänner zum Militärdienst eingezogen. Für den Brandschutz sorgten während dieser Zeit die nicht eingezogenen älteren Männer, Jugendliche sowie eine  Frauen- und Mädchengruppe, die jedoch zu keinem ernsthaften Einsatz kamen. Der Krieg hat viele schmerzliche, empfindsame Lücken in die Wehr gerissen. So betrauern wir 12 Kameraden, als gefallen bzw. vermisst.

Der Kommandant Johannes Hofmann führte die Wehr bis zum Jahr 1949. Aus gesundheitlichen Gründen stellte er in diesem Jahr sein Amt zur Verfügung. Als sein Nachfolger wurde Heinrich Konrad gewählt. Dieser leitete die Wehr bis im Jahre 1957. Weitere Wehrführer: Willi Lotz ( 1958 - 1977 ), Dieter Schneider ( 1977 - 1978 ), Wilfried Becker ( 1978 - 1981 ), Hans-Georg Lotz ( 1981 - 1993 ), Wilhelm-Otto Schmidt seit 1993.

Im Jahr 1958 begann eine neue Epoche für die Wehr. Die Motorisierung hielt mit dem Erhalt der ersten Motorspritze ( TS ) ihren Einzug. Sie wurde von der Firma Bachert, Kochendorf geliefert. Der dazugehörige Anhänger wurde vom ortsansässigen Schmiedemeister Wilhelm Konrad angefertigt. Die offizielle Übergabe des Fahrzeugs sowie der Motorspritze erfolgte zum 25-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr am 29. August 1959. Dieses Jubiläum wurde nicht nur von den 45 Aktiven Kameraden ausgiebig gefeiert.

Einen weiteren Aufschwung erlebte die Feuerwehr durch die Neugründung der Jugendgruppe im Jahr 1962, die eine der ersten im damaligen Kreis Büdingen war. Heute ist sie die zweitälteste Jugendfeuerwehr im gesamten Vogelsbergkreis.
Im Juli 1972 wurde der technische Fortschritt in der Wehr weiter voran getrieben. Das erste Feuerwehrauto, ein Ford Transit, wurde vom damaligen Altkreis Büdingen angeschafft. Wegen der vielen Geräte, die die Feuerwehr jetzt zur Verfügung hatte, wurde das seitherige Gerätehaus zu klein. Es musste also ein neues gebaut werden. Nach vielen Diskussionen über verschiedene Standorte wurde es schließlich im Dorfmittelpunkt, gegenüber dem Brunnen, errichtet. Die offizielle Einweihung fand am 20. Juli 1973 statt.
 

 

Fahrzeuge im Jahr 1984

Am 22. November 1974 wurde das 40 - jährige Jubiläum der Wehr in Form eines Familienabends begangen.

Nach langer, schwerer Krankheit verstarb am 16. Juni 1976 unser Wehrführer Willi Lotz. Seit dem Jahre 1958 leitete er in aufopfernder Weise unsere Wehr und sorgte, durch den Aufbau der Jugendfeuerwehr, für den weiteren Nachwuchs. Sein ganzes Leben und Wirken galt der Freiwilligen Feuerwehr, die ihm auch die letzte Ehre erwies.

Eine weitere technische Verbesserung erfuhr die Wehr 1979. Das in 1972 beschaffte Einsatzfahrzeug wurde mit Funk ausgestattet.

Im Jahr 1984 gab es für die Feuerwehr Betzenrod allen Grund zum Feiern. Der Verein, mit seinen 40 Aktiven beging im August diesen Jahres sein 50-jähriges Bestehen. Ein ganzes Wochenende lang wurde auf dem Festplatz gefeiert. Höhepunkt war ein rund zwei Kilometer langer Festzug am Sonntag mit über 30 Wehren aus dem Umfeld.

Aktive Mitglieder im Jubiläumsjahr 1984


Im September 1986 konnte der Schulungs- und Gemeinschaftsraum, der durch Aufstockung des Feuerwehrgerätehauses errichtet wurde eingeweiht werden. Endlich verfügte der Verein über einen geeigneten Raum um Schulungen der Aktiven sowie kleinere Veranstaltungen durchzuführen. Beim Bau wurden Eigenleistungen von ca. 20.000,-- DM erbracht.

Um den Brandschutz auch tagsüber, während viele Aktive außerhalb zur Arbeit sind, zu gewährleisten, wurde im Januar 1986 eine Frauen-Einsatzabteilung gegründet. Ihr traten sechs weibliche Mitglieder bei.

Durch die immer umfangreicher werdenden Aufgaben des Wehrführers wurde im Januar 1993 beschlossen, die Ämter des 1. Vorsitzenden sowie des Wehrführers, die seither in Personalunion durchgeführt wurden, zu trennen. Wilhelm-Otto Schmidt wurde einstimmig als neuer Wehrführer gewählt. 1. Vorsitzender blieb weiterhin Hans-Georg Lotz.

Im Frühjahr 1996 wurde das mittlerweile 24 Jahre alte Einsatzfahrzeug Ford Transit durch ein Neues ersetzt. Auf einem Fahrgestell Fiat Ducato wurde erstmalig der Mannschaftsraum vom Geräteraum getrennt. Kuriosum: Das vom Land Hessen ausgeschriebene Fahrgestell hatte lediglich ein zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 t. Da aber das Fahrzeug mit kompletter Beladung schwerer ist, musste es auf 3,7 t aufgelastet werden.

Aufgrund eines nächtlichen Wohnhausbrandes im Oktober 2003 wurde der Entschluss gefasst, ein Stromaggregat mit 4 Strahlern und dazu-gehörigem Zubehör anzuschaffen. Seitdem ist die Einsatzabteilung in der Lage, Einsatzstellen im Bedarfsfall ausreichend auszuleuchten.

Um die vorhandenen Ausrüstungsgegenstände sowie die persönliche Schutzausrüstung der Kameradinnen und Kameraden im Gerätehaus vor Kälte und Feuchtigkeit zu schützen, wurde im Sommer 2006 eine Ölheizung in Eigenleistung eingebaut.

 
 
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